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Heute möchte ich euch eine neue Handkreissäge vorstellen und zwar die Bosch GKS 18V 68 C. Ich benutze diese Säge mittlerweile seit einigen Monaten und habe viele Schnitt mit ihr gemacht. Daher weiß ich nun ganz genau wie man sie für den Einsatz fit macht, wie sie funktioniert und sich das Arbeiten mit ihr anfühlt.

18 V steht für die Akkuspannung der Säge. 68 steht denke ich für die Schnitttiefe und C steht für die Connectivity-Funktionen die ich euch später noch vorstellen werde.

Eine der Gründe warum ich mir diese Bosch Handkreissäge zugelegt habe ist, da ich eine leistungsstärkere große Handkreissäge ohne Kabel haben wollte und die Leistungsfähigkeit der GKS 18V 68C der eines kabelgebundenen Geräts mit 1.800 W entspricht.

Es gibt 2 Versionen dieser Säge:

Bosch GKS 18V 68C

Bosch GKS 18V 68GC

GC bedeutet, dass es sich um eine geführte Handkreissäge handelt, bei der die Bodenplatte mit einer Führungsschiene kompatibel ist.

Die GC hat außerdem einen User-Interface-Display, den die C nicht hat. Und bei der GC lässt sich die Schnitttiefe über einen Hebel oberhalb am Griff einstellen und bei der C ist dieses Bedienelement nicht vorhanden.

Als ich die Bosch GKS 18V 68GC bekommen habe, war ich beeindruckt. Die Handkreissäge ist ziemlich groß und alles Andere als kompakt.

Die Abmessungen sind wesentlich größer als ich sie von den anderen Geräten aus dem Handkreissäge Test gewohnt bin. In Anbetracht der Größe, fühlt sich die Säge in der Hand aber ziemlich ausgewogen an.

Die Bodenplatte an sich ist sehr gut, ich hatte keine Probleme mit ihr. Bei der 68C ist sie wesentlich dünner, da sie auch nicht führungsschienentauglich ist. Bei meiner Version, der 68GC ist die Platte normal dick.

In Foren habe ich gelesen, dass manche Handwerker die lediglich mit der 68C arbeiten, sich teilweise eine stärkere Grundplatte wünschen.

Viele haben außerdem ein Problem mit der Winkeleinstellung bei der 68C. So berichten die User, dass nachdem sie den Winkel wieder zurück auf 0° stellen wollen, die Bodenplatte etwas spiel hat und sie sich nicht sicher sind, ob das Sägeblatt jetzt bei 90° zur Grundplatte steht oder nicht.

Das Problem habe ich nach einer Weil gelöst, indem ich eine Feinjustierung vorgenommen habe. Hinten auf der Unterseite der Bodenplatte, befindet sich eine kleine Schraube, mit der ihr die Höhe einstellen könnt, wie weit diese Schraube herauskommt.

Auf der Oberseite der Bodenplatte, befindet sich dort wo diese Schraube herauskommt eine kleine Gegenplatte, die mit dem Rahmen der Säge verbunden ist. So könnt ihr den Winkel der Handkreissäge einstellen.

Als ich die Säge dann wieder in Nullstellung gebracht habe, konnte ich mir nach der Feinjustierung immer sicher sein, dass der Winkel zwischen Bodenplatte und Kreissägeblatt auch tatsächlich 90° beträgt.

Bei manchen Handkreissägen die ich getestet habe, war die Schraube zur Feinjustierung vorne. Was ich viel besser fand, denn der Winkel wird dort ja auch eingestellt und abgelesen. Dass sich die Gegenplatte und Schraube hinten befinden, sorgt auch dafür, dass es ein leichtes Spiel gibt.

Beim Feststellen des Winkels müsst ihr nur aufpassen, dass ihr nicht zu viel Druck ausübt, dann ist das genaue zurückstellen auf 90 Grad auch kein Problem.

Vorne an der Bodenplatte befinden sich Markierungen, wo das Sägeblatt und damit auch die Schnittlinie in Bezug zur Außenkante verläuft. Ihr könnt also die Schnittbreite ablesen.

Dort befinden sich auch 2 kleine Kerben, welche ihr auch nochmal auf der Innenseite der Bodenplatte sehe könnt. Genauso findet ihr 2 kleine Kerben, wenn ihr auf die Hinterseite der Platte schaut.

Ich finde das sinnvoll, da es euch mit den Kerben viel einfacher fallen wird der Schnittlinie zu folgen, wenn ihr sie vorgezeichnet habt. Die Handkreissäge ist außerdem so konstruiert, dass man das Sägeblatt an der Stelle wo es in das Material eintritt gut sehen kann.

Die Bodenplatte ist ein Teil dieser Säge, der mir am wenigsten gefällt, aber in der Praxis trotzdem ganz gut funktioniert.

Was das Gehäuse angeht und die allgemeine Verarbeitungsqualität, bin ich von der Bosch GKS 18V 68C komplett überzeugt. Alles ist fest verschraubt und fast alle Teile der Säge sind aus Stahl, also der Plastikanteil ist gering, was eindeutig für eine höhere Lebensdauer spricht.

Die Schnitttiefe könnt ihr über einen Hebel auf der anderen Seite vom Gehäuse, gegenüber vom Sägeblatt einstellen.

Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass der Hebel irgendwann locker wird, da der Gegendruck schwindet. Nach x-fachem Feststellen der Schnitttiefe, könnte der Hebel also irgendwann verloren gehen. Bosch hat sich diesbezüglich aber etwas einfallen lassen.

Ihr habt die Möglichkeit den Hebel seitlich herauszuziehen, nach oben zu drehen und wieder zurückschnappen zu lassen. Dadurch wird er wieder fest und kann nicht mehr verloren gehen. Das ist eine ziemlich einfache Möglichkeit das Problem zu beheben.

Wie ich bereits am Anfang erwähnt habe, lässt sich bei dem anderen Modell, der 68 GC, die Schnitttiefe oben am Griff einstellen. Generell ist das ein neues Design für die Schnitttiefeneinstellung, das ich bisher bei noch keinem anderen Modell gesehen habe.

An sich funktioniert alles an der Säge ziemlich gut was die Einstellungsmöglichkeiten betrifft, abgesehen von den Problemen die ich am Anfang mit dem Winkel beim Zurükstellen auf 0° hatte.

Bei Gehrungsschnitten werden die Winkel auch sehr genau, wie ihr später im Praxistest noch sehen werdet. Die Säge hat hinter der Winkeleinstellung eine Platte mit Kerben, wo ihr die Bodenplatte im Winkel von 22,5° und 45° einrasten lassen könnt. So seid ihr auf der sicheren Seite und bekommt auch wirklich Schnitte mit 45,0° und nicht 44,5° oder 45,5° und solche Geschichten.

Was mich ein bisschen stört, ist die Tatsache, dass die Zahlen für den Winkel nicht direkt erkennbar sind, sondern man schon genauer hinschauen muss. Die Zahlen besitzen die gleiche Farbe wie die Bodenplatte und das Gehäuse.

Es wäre schön gewesen, wenn sich die Zahlen vom Hintergrund etwas mehr abheben, so dass man sie leichter ablesen und den Winkel schneller einstellen kann. Bei der GKS 18V 68C ist das besser gelöst, dort gibt es einen schwarzen Grund mit Zahlen und Skala in weiß.

Die GKS 18V 68C ist mit einem Parallelanschlag kompatibel, der sich problemlos seitlich einschieben und über eine Feststellschraube oberhalb der Bodenplatte festziehen lässt.

Im Vergleich zu anderen Handkreissägen die ich bisher hatte, funktioniert die Staubabsaugung wirklich richtig gut.

Alle Sägespäne kann wohl kaum eine Handkreissäge hinten auswerfen, aber die Konstruktion des Modells gibt es her, dass ein sehr großer Anteil der Sägespäne nicht nach unten fällt, sondern durch das Rohr ordentlich abgesaugt werden kann.

Kommen wir mal zum Gehäuse an sich: Als ich das erste mal diesen Bügelgriff der seitlich nach außen steht sah, dachte ich mir dass das er eher eine Spielerei von Bosch ist und keinen besonderen Vorteil bringt. Bis zu dem Zeitpunk ist mir auch noch keine andere Handkreissäge mit einem derartigen Griff untergekommen.

Erst als ich die Säge regelmäßig im Gebrauch hatte, ist mir aufgefallen was sich der Hersteller bei der Konstruktion dabei gedacht hat.

Aufgrund der Lücke die durch den gebogenen Griff entsteht, ist es möglich während dem Sägen auf die Schnittlinie zu schauen und genau zu sehen, wo das rotierende Sägeblatt vorne eintaucht.

Bei Handkreissägen wo sich das Kreissägeblatt auf der rechten Seite befindet, ist der Schnittbereich häufig nur schwer einsehbar, da der Sägekörper die Sicht versperrt.

Bei der Bosch GKS 18V 68C ist das nicht der Fall. Neben der freien Sicht auf die Schnittlinie, gibt der Griff noch einmal zusätzliche Stabilität und die Handhabung fühlt sich sehr gut an.

Aufgrund der geschwungenen Form, könnt ihr auch selbst entscheiden wie ihr die Säge halten wollt. Andere Sägen sind da was die Bedienung angeht wesentlich mehr eingeschränkt. Dieser Griff eignet sich auch sehr gut um die Handkreissäge von A nach B zu tragen.

Die Griffe und deren Winkel sind nicht zu steil angeordnet, sondern wirken sehr ausgeglichen. Es fiel mir immer ziemlich einfach, die Säge richtig halten und bedienen zu können. Ein hoher Arbeitskomfort ist meiner Meinung nach auf jeden Fall gegeben.

Insgesamt ist das Gehäuse der Bosch GKS 18V 68C optisch und auch von der Verarbeitung her sehr hochwertig und hat mich überzeugt. Einzig und allein die kleine Lücke an der Stelle wo die andere Version (68 GC) den Display hat, stört mich ein wenig, hier hätte Bosch das Gehäuse anders Formen und anstatt der leeren Fläche, eine geschwungene Ebene ohne Kanten einsetzen können.

Der Sicherungsmechanismus den ihr zum Starten der Säge bedienen müsst, ist meiner Meinung nach etwas ungünstig positioniert. Normalerweise ist der Hebel dafür gedacht, dass man ihn mit dem Daumen bedient, während man die Säge fest im Griff hat.

Jedoch ist er dafür etwas zu weit vom Griff entfernt! Da der Sicherungshebel sowohl auf der recht als auch der linken Seite herausragt, könnt ihr ihn aber mit dem Zeigefinger entsperren, was lediglich etwas ungewohnt und nicht ganz so komfortabel ist.

Wie üblich handelt es sich bei dem Akku um einen Energiespeicher auf Lithium-Ionen-Basis. Die GKS 18V 68C läuft mit den Akkus „Bosch Power for ALL 18 V“. Es passen also auch 18 V Akkus aus von anderen Geräten der Professional-Reihe. Wenn ihr zum Beispiel einen Akkuschrauber von Bosch Blau besitzt, passt der Akku vom Schrauber in die Handkreissäge.

Der komplette Batterie-Slot, dessen Anordnung und Position ist wirklich gut gewählt. Das mit dem „hineinpassen“ ist allerdings so eine Sache.

Man bekommt den Akku ziemlich schwer raus und wieder rein, er sitzt manchmal bombenfest, so dass es anstrengend ist ihn zu wechseln. Mir ist das gleich beim ersten Mal aufgefallen.

Danach habe ich ein wenig recherchiert und durfte feststellen, dass auch andere Heim- und Handwerker dieses Problem mit der GKS 18V 68C haben.

Der Akku-Slot ist einfach ein wenig eng konstruiert, was aber auch seine Vorteile mit sich bringt. So könnt ihr euch beispielsweise sicher sein, dass er sich nicht von selber löst.

Ich empfehle euch für einen besonders schnellen Ladevorgang den Fast-Charger GAL 18V-160 C. Er besitzt einen integrierten Lüfter um damit die Temperatur vom Akku zu senken, was für eine erhöhte Langlebigkeit sorgt.

Wenn der Akku eine hohe Temperatur hat und ihr ihn in den Charger steckt, wird er nicht laden sondern zuerst den Akku herunterkühlen. Normalerweise dauert das Abkühlen 20 bis 30 Minuten, mit dem GAL 18V-160 C geschieht das jedoch innerhalb weniger Minuten.

Normalerweise ist die begrenzte Akku-Laufzeit ein großer Nachteil bei den Akku-Handkreissägen. Für die Bosch GKS 18V 68C empfehle ich euch aber unbedingt den Pro Core 18v 8ah. Aufgrund der hohen Ladungskapazität könnt ihr wirklich lange, ausdauernd sägen und viele Schnitte mit der Säge durchführen.

Mit dem GAL 18V-160 ist der Akku innerhalb von rund 50 Minuten komplett voll, wenn er davor richtig leer war. Zum Vergleich: Mit dem GAX 18V-30 brauche ich fast 3 Stunden zum Laden und mit dem GAL 18V-160 nicht mal eine Stunde!

Fazit

Am Anfang war ich etwas skeptisch, da der Preis für eine Säge die nicht führungschienentauglich ist, schon ein wenig hoch ist. Allerdings hat sie bisher einen guten Job gemacht und ich hatte beim Sägen so gut wie keine Probleme.

Der Akku er manchmal beim Herausziehen ein bisschen klemmt, das Problem mit dem leichten Spiel beim Winkel das sich aber umgehen lässt und der etwas weit entfernte Schalter zum Entriegeln, waren so ziemlich die größten Nachteile die ich für mich feststellen konnte.

Ich finde die Bosch GKS 18V 68C ist eine fantastische Säge, die ihr für fast alle gängigen Arbeitseinsätze nutzen könnt, sofern ihr keine Führungsschiene benötigt.